Mittwoch, 4. November 2015

Vitamin B oder einfach mal die Nachbarn fragen


Cara ist in der letzten Zeiten viel herumgerannt, mit hängenden Ohren und  immer noch auf der Suche nach einer Kastanie. Ich konnte es nicht mehr mit ansehen und habe meine guten Kontakte zu Fritz spielen lassen, der mir öfters mal einen leckeren Lachs angelt. „Kastanien?“, sagte seine Frau, „das ist doch kein Problem.“ Dann folgte eine ausführliche Wegbeschreibung und ich habe mich mit meinen kurzen, aber flinken Beinchen auf den Weg gemacht. Der Biber Justin hat mich begleitet, denn er war ganz begeistert und kam ins Schwärmen: „Ach, bei uns in der Schweiz, da hat’s auch Marroni und die schmecken....!“, dabei verdrehte er die Augen voller Vorfreude auf den Genuss. Er ist wie mein Bruder, denkt nur ans Essen. Aber das sollte mir egal sein, solange er mir beim Sammeln half und den langen Weg auf sich nahm. Dass man die Kastanien, die wir finden würden, nicht essen kann, habe ich ihm jedoch verschwiegen. Sage jetzt niemand, das sei nicht fair. Ich war schließlich für eine gute Sache unterwegs. 

Und hier unsere kleine, aber feine Ausbeute:
Glanzstücke - nicht nur die Kastanien
 
Als Cara das sah, war sie ganz überrascht und spendierte uns im Überschwang der Gefühle ihren edelsten Nougat, den sie sont nie rausrückt.
Als Belohnung edler Nougat mit ganzen Haselnüssen

Dann suchte sie sich die schönste Kastanie aus, streichelte sie wie einen ganz jungen Welpen und steckte sie endlich in ihre Manteltasche.  Sie kriegte sich gar nicht mehr ein vor Freude, weil nun nichts mehr passieren könne. Der Winter solle ruhig kommen und jetzt gehöre auch sie endlich der Kastanienbewegung an.

Ich habe zwar keine Tasche in meiner Jacke, aber eine Kastanie habe ich mir dennoch genommen, vorsichtshalber gegen den Winterblues. Ob ich der Bewegung angehören will, weiß ich noch nicht, schließlich habe ich mich heute schon genug bewegt.